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Rallye - Bilder - Rallye Haßberg 2009

 

Niki Hässler/Holger Suhl unterliegen im Fotofinish Norbert Moufang/Anke Rezac - Alfred Hartung/Stefanie Klingebiel gewinnen Historic-Rallye

Die Titelverteidigung – zuletzt in 2006 – sollte für Norbert Moufang jedoch recht schwierig werden. Die Konkurrenz, allen voran die Gesamtsieger von 2008, Niki Hässler und Holger Suhl auf ihrem Porsche 911 RS, war groß.

Die drei Wertungsprüfungen (WP), die in zwei Durchgängen zu meistern waren, fanden viel Lob und großen Zuspruch beim insgesamt 105 Starter umfassenden Teilnehmerfeld. Vor allem die neue WP, bestückt mit 2 Spitzkehren, war besonders anspruchsvoll und forderte das Können der Teams.

Die Zeitabstände an der Spitze waren sehr knapp, die Gesamtführung wechselte ständig. Erst auf der letzten WP, einem über 8 Kilometer führenden Rundkurs, sollte die Entscheidung fallen. Unter der fachmännischen Moderation vom neuen Streckensprecher, Stefan Rennert aus Neubrunn, stieg auch bei den Zuschauern die Spannung.

Vor allem in den Cockpits der Titelaspiranten waren die Nerven bis zum Zerreißen gespannt. Eine Chance auf den Sieg hatten nur noch Norbert Moufang/Anke Rezac (Opel Kadett C), Nicolas Hässler/Holger Suhl (Porsche 911 RS) und Frank Färber/Carmen Freiberger (Mitsubishi Lancer Evo 8).

Die „ewigen Zweiten“ in Ebern, Reinhard Honke und Mario Nitsche, hatten extra ihren bärenstarken Ford Escort Cosworth an den Start gebracht. Mit einem Zeitrückstand aus der WP2 von über 17 Sekunden war aber an den Gesamtsieg wieder nicht mehr zu denken.

Die Start-Nr. 1, der Porsche 911 RS von Hässler/Suhl ging zuerst in die Runde und toppte ihre im ersten Durchgang erzielte Zeit um über 5 Sekunden. Doch letztlich fehlte ein Wimpernschlag! Nach dem Addieren aller Fahrzeiten hatte der alte Fuchs Norbert Moufang gemeinsam mit Anke Rezac mit einer kaum messbaren Zehntel-Sekunde Vorsprung auf Niki Hässler/Holger Suhl die Nase vorn. Der 8. Gesamtsieg bei der Haßberg-Rallye war perfekt!

Niki Hässler/Holger Suhl blieb der Klassensieg bei den verbesserten Fahrzeugen bis drei Liter Hubraum. Nur fünf Zehnteln dahinter landete das Neuwieder Duo Frank Färber/Carmen Freiberger im Mitsubishi Lancer Evo 8 bei seiner Premiere bei der Haßberg-Rallye mit einem Klassensieg auf dem dritten Gesamtrang.

Ein besonderes Kunststück gelang Max Trunk und Bastian Limpert vom AC Ebern. Alleine in ihrer Fahrzeugklasse mussten sie in der nächst höheren Klasse ins Rennen gehen. Obwohl ihr VW Lupo den Autos der Mitstreiter leistungsmäßig unterlegen war, fuhren sie der Konkurrenz auf und davon. Nach den Bestzeiten auf den ersten vier WP war den beiden der Klassensieg nicht mehr zu nehmen.

Kommunikationsprobleme hatte Ramona Kees vom AC Ebern auf dem Beifahrersitz von Helmut König an Bord des BMW M3. Am Start der ersten Prüfung setzte plötzlich die Gegensprechanlage aus. Die Verständigung war nur durch Zeichensprache möglich. Mit einer neuen Batterie war das Problem aber schnell behoben. Die sehenswerten Drifteinlagen des Teams mit dem BMW M3 begeisterten das Publikum waren aber nicht immer schnell. Auf der letzten WP mobilisierten Helmut König/Ramona Kees nochmals sämtliche Reserven und sicherten sich in der Klasse der verbesserten Fahrzeuge über zwei Liter Hubraum den 5. Rang.

Einen lockeren Klassensieg verbuchte Ann-Kathrin Sperber mit Florian Stix (Bernau) auf dem neu aufgebauten Kathrein-VW Golf GTI bei den verbesserten Fahrzeugen bis 1600 Kubikzentimeter Hubraum.

Mit einem bei Färber-Motorsport gemieteten Mitsubishi Lanver Evo 8 reichte es für Iris Thurnherr und Dina Kaiser in ihrer Klasse nur zu Rang vier.

In der stark besetzten Klasse bis 2 Liter Hubraum erreichten Björn Ehret und Manu Fey mit ihrem bildschönen BMW 320 is einen hervorragenden 5. Platz. Peter und Tobias Just kamen in dieser Klasse wegen einem technischen Defekt an ihrem Ford Escort leider nicht ins Ziel.

Von den insgesamt 86 Teilnehmern erreichten 63 Starter das Ziel in Wertung.

Einen besonderen Augen- und Ohrenschmaus boten die im Anschluss startenden Teilnehmer der 3. Haßberg-Rallye Historic. Hier hatten Alfred Hartung und Stefanie Klingebiel im Mercedes 190E unter den 19 Startern mit nur 1,3 Sekunden die geringste Abweichung zur festgelegten Sollzeit und damit die Nase vorn. Dahinter überquerten Thomas Jung unter den Anweisungen von Vanessa Skramovsky im sehenswerten Lancia Delta HF Integrale mit einer Abweichung von 1,6 Sekunden vor Jürgen Noll mit Co-Pilot Benjamin Kerker auf Volvo 122S mit einer Abweichung von 1,8 Sekunden die Ziellinie.

Die Siegerehrung hatte noch ein besonderes Schmankerl zu bieten. Der neue Streckensprecher, Stefan Rennert, lieferte den Anwesenden einige Highlights aus seinen Interviews mit den Teilnehmern. So manch ungewöhnliches Hobby – immer „so anonym wie möglich“ – sorgte für heftige Lacher im Publikum. Stefan Rennert war bisher ausschließlich bei Deutschen Meisterschaftsläufen im Endurobereich unterwegs. Mit der Haßberg-Rallye hat er den Einstieg in den Rallyesport gefunden. Ausgerüstet mit mehr Hintergrundwissen, vielleicht unterstützt von einem Co-Kommentator, wird er künftig sicher noch häufiger bei denen anzutreffen sein, die, wie er meint, „den guten Arzt noch dringender nötig haben als die Endurofahrer, bei denen er bisher unterwegs war“!